Umoja na Upendo Community Center (UnuCc) - Afrikahelp Manuel Isabo

Seit der Gründung des WaKA e.V. im Jahre 2012 unterstützen wir die Projekte der Umoja na Upendo Communtiy.

Ziel der Organisation ist es Frauen, Männer und Kinder dahingehend zu unterstützen, dass sie ihre Grundbedürfnisse (wie Essen, Kleidung, Unterkunftt und medizinische Versorgung) selbstständig decken können und Zugang zu Bildung erhalten. Die Förderung der Selbstständigkeit und eine selbstbestimmte Lebensführung sind hierbei genauso wichtig wie die Teilhabe an der Gesellschaft.

Die Vision unserer Partnerorganisation „Umoja na Upendo Community Center“ (UnUCc) in Moshi ist es eine Gemeinschaft zu schaffen in der  sich“Frauen, Kinder und Männer in Liebe und Einigkeit begegnen  und in der Gemeinschaft ein besseres Leben anstreben“.

UnUCc unterstützt daher Menschen,

  • denen es erschwert oder nicht möglich ist ihre Grundbedürfnisse selbst zu decken
  • die nicht ausreichende oder keine familiäre Unterstützung erfahren
  • die aufgrund ihres niedrigen Lebensstandards über unzureichende oder keine Zugänge zu Gesundheitsversorgung, Bildungsmöglichkeiten, Teilhabe an der Gemeinschaft etc. zur Deckung ihrer sozialen Bedürfnisse verfügen

Besonders im Fokus stehen dabei Menschen mit körperlicher und geistiger Beeinträchtigung, Straßenkinder, Waisen, Familien mit alleinerziehendem Elternteil, und SeniorInnen, da diese zu den benachteiligtsten und schutzbedürftigsten Gruppen der tansanischen Gesellschaft gehören.

Das UnUCc-Team

Zur „UnUCc-Familie“ gehören auch die Angestelten mit ihren Kindern.

Mama Pau und Mama Shabani arbeiten seit 2011 im Kinderhaus und kommen täglich, um den Kindern Essen zu kochen, zu putzen oder die kleineren Kinder zu betreuen.Zudem kümmern sie sich federführend um die im vergangenen Jahr gestarteten Projekte zur  Förderung der Selbstversorgung im Kinderheim: Dem Hühnerprojekt und dem Gartenprojekt.

Mama Pau (links) lebt unmittelbar in der Nachbarschaft und hat vier Kinder, die sie alleine großzieht.

Mama Shabani (rechts) hingegen hat zwei Kinder und lebt gemeinsam mit diesen im Nebenhaus auf dem Gelände des Kinderhauses.

Direkotrin Shaeli (2. von r.), Kassenwart Julius (r.) und Sozialarbeiter Ally (l.) sind die wichtigsten Ansprechpersonen für die Menschen in Moshi. Sie sind unser „Helfenden Hände“ und gemeinsam mit dem Vorstand der Nichtregierungsorganisation, zu denen auch Grace gehört (2. von l.), unsere Partner_Innen vor Ort.

Tätigkeitsfelder und Projekte

Das Kinderhaus

Ziel war es von Beginn an,  Kindern ein harmonisches und familiäres Umfeld zu bieten, indem sie sich frei und individuell entwickeln können. Sie gehen zur Schule, spielen nachmittags Fußball, Essen gemeinsam, erledigen ihre Hausaufgaben und übernehmen Aufgaben im Haushalt. Im Kinderhaus wachsen die Kinder in einer Gemeinschaft auf, die nach dem Vorbild einer Großfamilie miteinander arbeitet und lebt. Gleichzeitig werden durch die UnU-SozialarbeiterInnen Gespräche und Kontakt zu noch vorhanden Familienangehörigen gesucht und somit die Möglichkeiten der Kinder und Jugendlichen wieder mit ihren oftmals weit weglebenden Angehörigen vereint zu werden, anzustreben.

Wir bemühen uns die Kinder bestmöglich auf ihrem Lebensweg zu begleiten und ihnen alles mizugeben, damit sie zu selbstständigen Erwachsenen heranwachsen können. Neben einer guten Schulbildung stehen hierbei werden hierbei auch alltagspraktische Fertigkeiten, wie Kochen und Haushaltsführung und die Versorgung der Tiere vermittelt. Wir wünschen uns, dass sie nach ihrer jeweiligen Ausbildung ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben führen und sie sich dennoch gewiss sein können, dass sie immer Teil der „Umoja na Upendo“ Familie sein werden.

Community Work

Durch Einzelfallhilfe und Projekte zur Stärkung der Gemeinschaft wird durch UnUCc über die Tore des Kinderhauses hinaus zur Verbesserung der Lebenssituation von Menschen in der Nachbarschaft beigetragen.

Oftmals haben Kinder liebevolle Eltern oder Familienangehörige, doch die ökonomische Situation der Familie ermöglicht es nicht, dass alle Bedürfnisse erfüllt werden können. Ziel der Community Work ist es, dass Kinder bei ihren Familien und Verwandten (weiterhin) leben können und jedem die Chance gegeben ist sein Leben nach seiner Vorstellung zu entwickeln.

  • Einzelfallhilfe

Durch individuelle Begleitung unterstützt das UnUCc-Team Einzelpersonen und Familien in schwierigen Lebenssituationen und auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit. Vor allem besonders benachteiligte Personengruppen, wie Witwen, verlassene/verstoßene Frauen, Menschen mit besonderen Stigmen z.B. durch HIV oder Behinderung, erhalten dadurch dringend benötigte Hilfe – sei es durch Beratung und Aufklärung oder auch durch finanzielle Unterstützung bei der Existengründung und/oder Ausbildung der Kinder.

  • Gemeinwesen- und Gruppenarbeit – Mikrofinanzierung durch den „Community Fund“

Die gegenseitige Unterstützung und der Austausch in der Gemeinschaft hat eine besondere Bedeutung in der Community Work. So läd das UnUCC- Team die unterstützten Mütter und Familien regelmäßig für sogenannte „Community meetings“ (Nachbarschaftstreffen) ins Kinderhaus ein. Im Jahr 2017 wurde hierbei im Sinne des Empowerment Gedankens ein „Community Fund“ ins Leben gerufen. Mit diesem Gemeinschafts-Topf können sich die Gemeinschaftsmitglieder gegenseitig unterstützen und zugleich aktiv im Sinne eines erweiterten Familiengedankens zur Entwicklung der Gemeinschaft beitragen. Jede durch die Community Work unterstützte Person/Familie zahlt monatlich einen kleinen Beitrag. Die Community entscheidet dann über den Einsatz. Dies können sein:

  1. Kleinkredite  (z.B. wenn ein Mitglied ein kleines Geschäft starten möchte) vergeben
  2. medizinische Notfälle übernommen (z.B. eine (anteilige) Kostenübernahme eines Krankenhausaufenthaltes)
  3. Start bzw. die Erweiterung von Gemeinschaftsprojekten (z.B. weiteres Saatgut für den Anbau von Gemüse etc.)

Hintergrund der "Umoja na Upendo Community"

2010 rief der aus Bettmaringen stammende Krankenpfleger Manuel Isabo in Moshi, Tansania, die Umoja na Upendo Communtiy (Suaheli: Gemeinschaft der Einigkeit und Liebe) ins Leben. Alles begann mit einem kleinen Kinderhaus in dem nein Jungen, die zuvor auf der Straße lebten, ein neues liebevolles Zuhause fanden. Das Kinderhaus wurde hierbei schnell zu einer zentralem Anlaufstelle für die ganze Nachbarschaft. So begann die Community Work durch die alleinerziehende und schwerkranke Mütter mit ihren benachteiligten Kindern durch Spenden aus Deutschland bei der Versorgung mit Nahrungsmitteln, Medikamenten und Kleidung unterstützt und ihnen der Zugang zu Bildungseinrichtungen ermöglicht wurden. Unsere erste Vorsitzende Katharina Winterhalder  lebte und arbeitete gemeinsam mit Manuel und den Kindern von 2010 bis 2012 im Kinderhaus. Schnell wurde klar, dass der Bedarf an Unterstützung und einer weiteren Zusammenarbeit groß ist. So entstand das Bildungsförderungsprojekt und auch eine länderübergreifende Zusammenarbeit mit dem neu gegründeten WaKa e.V..

Bis zu seinem tragischen Tod im Juli 2015 war Manuel Isabo als Leiter des Kinderhauses eine wichtige Ansprechperson für Kinder, Frauen und Familien in Moshi, der jedem ein offenes Ohr schenkte und hierbei aus tiefster Überzeugung seine Tätigkeiten aus- und fortführte.

Grace Kiluwa, Manuels Lebensgefährtin übernahm kurzerhand im Jahre 2015 die Leitung der Projekte zur Unterstützung von Kinder und Frauen in schwierigen Lebenslagen der Kilimanjaro Region. Seither arbeiten wir Hand in Hand mit unseren tansanischen PartnerInnen an der Weiterführung Manuels Lebenswerk.  Im Jahre 2017 wurde hierbei ein wesentlicher Meilenstein zur Weiterführung und der zunehmenden Selbstständigkeit der Projekte vor Ort gelegt: Die Registrierung des Umoja na Upendo Communtiy Centers als eigenständige Nichtregierungsorganisation.